Welches Wasser für Babynahrung ist geeignet?
Inhalt:
- Ab wann dürfen Babys Wasser trinken?
- Leitungswasser: In Deutschland die meistgewählte Wahl
- Worauf du bei Leitungswasser für dein Baby achten solltest
- Gekauftes Wasser: Wann ist Mineralwasser oder Babywasser sinnvoll?
- Was du sonst noch wissen solltest: Filter, Enthärter & Co.
- Häufige Fragen, die sich Eltern stellen
- Fazit: Vertraue auf dein Gefühl und gute Qualität
- Häufig gestellte Fragen zu Wasser für Babynahrung
Ab wann dürfen Babys Wasser trinken?
Diese Frage stellen sich viele Eltern. Solange dein Baby voll gestillt wird oder ausschließlich Säuglingsmilch bekommt, welches in der Regel in den ersten sechs Monaten passiert, benötigt es keine zusätzliche Flüssigkeit. Die Milch versorgt es mit allem, was es braucht. Erst mit der Einführung der Beikost kannst du beginnen, deinem Baby zusätzlich Wasser anzubieten. Das hilft nicht nur bei der Verdauung, sondern gewöhnt es auch früh an den gesunden Durstlöscher 2.
Leitungswasser: In Deutschland die meistgewählte Wahl
Hier kommt die beruhigende Nachricht: In Deutschland ist das Leitungswasser von so hervorragender Qualität, dass du es in den meisten Fällen bedenkenlos für die Zubereitung von Säuglingsnahrung verwenden kannst. Es wird streng kontrolliert und ist eine sichere, kostengünstige und umweltfreundliche Option1,2.
Worauf du bei Leitungswasser für dein Baby achten solltest
Auch wenn Leitungswasser in Deutschland grundsätzlich super ist, gibt es ein paar einfache Dinge, die du beachten solltest, um auf Nummer sicher zu gehen. Wir führen dich Schritt für Schritt durch.
Immer frisches, kaltes Wasser verwenden
Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung gestanden hat (z.B. über Nacht), solltest du nicht verwenden. In dieser Zeit kann es Stoffe aus den Rohren aufnehmen. Lass den Wasserhahn deshalb immer so lange laufen, bis das Wasser merklich kühler wird1,2. Verwende außerdem grundsätzlich nur kaltes Wasser aus der Leitung, da sich in Warmwassersystemen Keime leichter vermehren können1.
Wasser für Babynahrung immer abkochen
Besonders in den ersten Lebensmonaten ist das Immunsystem deines Babys noch im Aufbau. Experten empfehlen daher, das Wasser für die Babynahrung in den ersten sechs Monaten immer sprudelnd aufkochen zu lassen. So tötest du eventuelle Keime sicher ab, die sich zum Beispiel am Wasserhahn oder in der Leitung befinden könnten1,2.
Vorsicht bei alten oder neuen Hausleitungen
Hier ist etwas mehr Aufmerksamkeit gefragt:
- Bleileitungen: In Häusern, die vor 1973 gebaut wurden, könnten noch Bleirohre verlegt sein. Wasser aus Bleileitungen darfst du grundsätzlich nicht für Babynahrung verwenden. Dein Vermieter oder die örtlichen Wasserwerke können dir Auskunft geben1,2.
- Kupferrohre: Bei neu verlegten Kupferrohren kann sich anfangs mehr Kupfer im Wasser lösen. Lass das Wasser morgens ablaufen, bis es kühl ist. Nach einigen Monaten ist die Verwendung meist unbedenklich1.
Gekauftes Wasser: Wann ist Mineralwasser oder Babywasser sinnvoll?
Manchmal ist gekauftes Wasser die einfachere oder sicherere Wahl, zum Beispiel wenn du dir wegen deiner Hausleitungen unsicher bist, das Wasser aus einem Hausbrunnen stammt oder du unterwegs bist1. Achte hierbei unbedingt auf den Vermerk: „Zur Herstellung von Säuglingsnahrung geeignet“. Dieses Wasser ist kohlensäurefrei und hat streng kontrollierte, niedrige Grenzwerte für Inhaltsstoffe wie Natrium (unter 20 mg/l) und Nitrat (unter 10 mg/l)2.
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Was du sonst noch wissen solltest: Filter, Enthärter & Co.
Sind Wasserfilter eine gute Idee?
Auch wenn es verlockend klingt: Verzichte bei der Zubereitung von Babynahrung bitte auf haushaltsübliche Wasserfilter. Der Grund: In den Filtern können sich bei unsachgemäßer Anwendung schnell Keime vermehren, was sie zu einem Hygienerisiko macht. Abkochen ist hier die deutlich sicherere Methode1,2.
Und Wasser aus der Enthärtungsanlage?
Hier ist Vorsicht geboten. Viele Wasserenthärtungsanlagen ersetzen Kalk durch Natrium. Das erhöht den Natriumgehalt im Wasser, was für die empfindlichen Nieren deines Babys nicht gut ist. Verwende dieses Wasser daher bitte nicht für die Zubereitung von Babynahrung1,2.
Häufige Fragen, die sich Eltern stellen
Es ist völlig normal, dass du alles ganz genau wissen möchtest. Wir beantworten dir die häufigsten Fragen.
Ist kalkhaltiges Wasser schädlich für mein Baby?
Keine Sorge, Kalk ist für dein Baby nicht schädlich. Er besteht hauptsächlich aus den Mineralstoffen Calcium und Magnesium, die der Körper sogar braucht. Ein normaler Kalkgehalt im Trinkwasser ist also völlig unbedenklich2.
Muss ich mir Sorgen um Nitrat oder Uran machen?
Die Grenzwerte für diese Stoffe sind in der deutschen Trinkwasserverordnung sehr streng. Dein örtlicher Wasserversorger gibt Auskunft über die genauen Werte. Liegen sie unter den gesetzlichen Vorgaben, ist das Wasser sicher. Bist du unsicher, ist Wasser mit dem Vermerk „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ die beste Wahl2.
Fazit: Vertraue auf dein Gefühl und gute Qualität
Mach dir keine Sorgen und vertraue auf dein Gefühl. Die Wahl des richtigen Wassers für dein Baby mag anfangs wie eine Wissenschaft für sich wirken, aber du siehst: Es ist gar nicht so kompliziert. Mit frischem, abgekochtem Leitungswasser triffst du in den meisten Fällen die beste Wahl. Höre auf dein Bauchgefühl, informiere dich bei Unsicherheiten und sei gewiss: Du tust alles dafür, dass es deinem kleinen Schatz gut geht.
Häufig gestellte Fragen zu Wasser für Babynahrung
Die Grenzwerte für diese Stoffe sind in der deutschen Trinkwasserverordnung sehr streng. Dein örtlicher Wasserversorger gibt Auskunft über die genauen Werte. Liegen sie unter den gesetzlichen Vorgaben, ist das Wasser sicher. Bist du unsicher, ist Wasser mit dem Vermerk „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ die beste Wahl2.
Welches Wasser ist am besten für Babynahrung?
In Deutschland ist frisches, kaltes und abgekochtes Leitungswasser meist die beste und sicherste Wahl. Wenn du unsicher bezüglich deiner Leitungen bist, ist Mineralwasser mit dem Hinweis „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“ eine sehr gute Alternative1,2.
Muss ich Wasser für mein Baby immer abkochen?
Ja, es wird empfohlen, Wasser in den ersten sechs Monaten immer sprudelnd aufkochen zu lassen, um eventuelle Keime abzutöten. Das gilt für Leitungswasser und für bereits geöffnete Flaschen Mineralwasser1,2.
Kann ich jedes stille Mineralwasser für mein Baby verwenden?
Nein, nicht jedes Mineralwasser ist geeignet. Achte unbedingt auf den Vermerk „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“. Dieser garantiert, dass die Mineralstoffzusammensetzung für dein Baby unbedenklich ist2.
Ist Wasser aus einer Enthärtungsanlage oder einem Tischfilter sicher?
Nein, Wasser aus beiden Quellen sollte nicht für Babynahrung verwendet werden. Enthärtetes Wasser kann zu viel Natrium enthalten und in Wasserfiltern können sich Keime ansammeln1,2.
Quellen:
1 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Trinkwasser für Babys und Kleinkinder. Verfügbar unter: https://www.kindergesundheit-info.de/themen/sicher-aufwachsen/sicherheit-im-alltag/wasser/trinkwasser/
2 Verbraucherzentrale (2024). Eignet sich Leitungswasser für Babys? Verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wasser/eignet-sich-leitungswasser-fuer-babys-34854