Inhalt:
- Ab wann darf man Wehen fördern? Der richtige Zeitpunkt
- Wehen natürlich fördern: Was du zu Hause versuchen kannst
- Wehen fördern mit Hausmitteln: Ein kritischer Blick auf Mythen
- Wenn nichts passiert: Medizinische Methoden zur Geburtseinleitung
- Fazit: Vertraue auf deinen Körper und dein Baby
- Häufige Fragen zu Wehen fördern
Ab wann darf man Wehen fördern? Der richtige Zeitpunkt
Die Ungeduld am Ende der Schwangerschaft ist völlig normal. Doch bevor du versuchst, die Wehen anzuregen, ist eines ganz wichtig: Dein Baby gibt das Tempo vor. Jegliche Versuche, die Geburt anzustoßen3, solltest du niemals vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche und immer nur nach Rücksprache mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin oder deinem Arzt unternehmen.3 Sie können am besten beurteilen, ob dein Körper und dein Baby bereit für die Geburt sind.
Für eine bessere Übersicht für die Schwangerschaftswoche, in der du dich befindest, findest du in unserem Schwangerschaftskalender. Dort kannst du die Entwicklung deines Babys Woche für Woche verfolgen.
Bewegung und Schwerkraft nutzen
Leichte Bewegung kann helfen, dass dein Baby tiefer ins Becken rutscht und der Kopf sanft auf den Muttermund drückt. Das kann die Produktion von wehenfördernden Hormonen anregen.
- Spaziergänge: Ein gemütlicher Spaziergang an der frischen Luft tut nicht nur der Seele gut, sondern kann auch die Wehentätigkeit anregen.2
- Tanzen und Beckenkreisen: Lege deine Lieblingsmusik auf und wiege sanft deine Hüften. Auch kreisende Bewegungen auf einem Pezziball sind eine wunderbare Übung, um das Becken zu lockern.
Wärme und Entspannung
Versuche, dich bewusst zu entspannen, denn Stress ist ein wahrhafter Wehen-Killer. Ein warmes Bad kann dabei helfen, die Muskeln zu lockern und das Wohlbefinden zu steigern.
- Warmes Bad: Ein Bad bei angenehmen 37 Grad kann Wunder wirken. Achte darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist und du nicht allein zu Hause bist, falls dein Kreislauf schlappmacht. Ein paar Tropfen Lavendelöl, Eukalyptus- oder Ingwerwurzelöl können zusätzlich für Entspannung sorgen.2
- Bauchmassage: Mit speziellen Aromaölen wie z. B. mit einem Basis Öl und mit wenigen Tropfen Zimt-, Ingwer- oder Nelkenöl, kannst du deinen Bauch verwöhnen und entspannen.
Liebe und Hormone: Sex zum Ende der Schwangerschaft
Wenn dir danach ist, kann Sex am Ende der Schwangerschaft tatsächlich wehenfördernd sein2. Das hat gleich zwei Gründe:
- Prostaglandine: Das Sperma enthält Prostaglandine, hormonähnliche Substanzen, die den Muttermund weicher und reifer machen können.
- Oxytocin: Bei einem Orgasmus schüttet dein Körper das „Kuschelhormon“ Oxytocin aus, das auch für die Geburtswehen verantwortlich ist.
Sanfte Stimulation: Brustwarzenmassage
Die Stimulation der Brustwarzen2 (Mamillen Stimulation) ist eine bekannte Methode, um die Ausschüttung von Oxytocin anzukurbeln. Sprich die genaue Durchführung am besten mit deiner Hebamme ab. Oft wird ein Rhythmus empfohlen: Massiere eine Minute lang sanft eine Brustwarze, pausiere dann für einige Minuten und wechsle dann die Seite. Sollte die Gebärmutter zu stark reagieren, dann pausiere besser.
Wehenfördernde Tees und Gewürze
Bestimmte Kräuter und Gewürze stehen im Ruf, Wehen anzuregen. Dazu gehören Zimt, Ingwer, Nelken oder Kardamom. Du kannst sie zum Würzen deiner Speisen verwenden. Auch Himbeerblättertee2 ist ein Klassiker. Er löst zwar nicht direkt Wehen aus, soll aber das Gewebe im Becken lockern und auf die Geburt vorbereiten. Bei frühzeitigen Wehen wird von diesem Tee abgeraten.
Wichtig: Auch bei Kräutern und Tees gilt: Auf die richtige Menge kommt es an. Bitte sprich die Anwendung und Menge immer mit deiner Hebamme ab, bevor du loslegst.
Wehen fördern mit Hausmitteln: Ein kritischer Blick auf Mythen
Auch, wenn im Internet eine Menge Tipps und Tricks kursieren, sollten diese mit Vorsicht genossen werden. Damit du den Überblick behältst, haben wir die wichtigsten Methoden zusammengestellt.
Der Wehencocktail mit Rizinusöl: Ein klares Nein ohne ärztliche Aufsicht!
Der wohl bekannteste Mythos ist der Wehencocktail mit Rizinusöl3, denn dieser wirkt stark abführend. Die dadurch ausgelösten Darmkrämpfe können zwar die Gebärmutter zur Kontraktion anregen, aber die Folgen sind oft unkontrollierbar und können gefährlich sein. Fachgesellschaften warnen ausdrücklich vor der eigenmächtigen Anwendung, da sie zu heftigem Durchfall, Erbrechen, Dehydration und einem sogenannten „Wehensturm“3 führen kann. Extrem starke, pausenlose Wehen sind für dich und dein Baby purer Stress.
Akupunktur, Akupressur & Co.: Was sagt die Wissenschaft?
Methoden wie Akupunktur oder Akupressur werden oft zur Geburtsvorbereitung empfohlen. Die Studienlage dazu ist jedoch uneinheitlich. Das unabhängige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kommt zu dem Schluss, dass es bisher keine klaren Belege für einen Nutzen zur Geburtseinleitung gibt3,4. Wenn du dich damit wohlfühlst, sprich mit deiner Hebamme.
Wenn nichts passiert: Medizinische Methoden zur Geburtseinleitung
Manchmal ist eine Geburtseinleitung1 aus medizinischen Gründen notwendig, zum Beispiel bei einer deutlichen Terminüberschreitung, einem vorzeitigen Blasensprung oder bestimmten Erkrankungen. Heutzutage ist dieser Vorgang ein gängiges und sicheres Verfahren. Deine Ärztin, dein Arzt oder deine Hebamme wird dich umfassend aufklären, wenn es der Fall sein sollte.
- Eipollösung: Ein mechanisches Verfahren, bei dem die Fruchtblase sanft vom Gebärmutterhals gelöst wird, um die Hormonproduktion anzuregen.1
- Ballonkatheter: Ein kleiner Ballon wird in den Gebärmutterhals eingeführt und übt dort sanften Druck aus, um ihn zur Öffnung zu bewegen.1
- Medikamente: Meist werden Prostaglandine (als Gel oder Tablette) verwendet, um den Muttermund reifen zu lassen. Später kann auch ein Oxytocin-Tropf (der „Wehentropf“) zum Einsatz kommen, um die Wehen zu verstärken.
Schon BEBA Family Club Mitglied?
Fazit: Vertraue auf deinen Körper und dein Baby
Die letzte Phase der Schwangerschaft ist eine Zeit des Wartens und der Vorfreude. Versuche, diese besonderen Tage noch zu genießen, auch wenn die Ungeduld wächst. Vertraue auf deinen Körper und dein Baby, denn es wird seinen perfekten Zeitpunkt für den Start ins Leben finden. Sei nachsichtig mit dir und zögere niemals, deine Hebamme, deine Ärztin oder deinen Arzt um Rat zu fragen.
Häufige Fragen zu Wehen fördern
Wie kann ich Wehen fördern?
Sanfte Methoden wie Spaziergänge, ein warmes Bad, Sex oder eine Brustwarzenmassage können den Körper auf die Geburt vorbereiten. Sprich aber bitte alles vorher mit deiner Hebamme ab.
Ab wann darf man Wehen fördern?
Wehenfördernde Maßnahmen sollten frühestens ab der 37. Schwangerschaftswoche und nur nach Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal in Betracht gezogen werden.
Was löst Wehen aus?
Der genaue Auslöser ist ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen, die vom Baby und der Mutter produziert werden. Wenn der Körper bereit ist, startet der Prozess von selbst.
Wann muss ich bei Wehen ins Krankenhaus?
Eine gängige Faustregel für Erstgebärende lautet: Wenn die Wehen regelmäßig alle 5 Minuten kommen, etwa eine Minute andauern und das seit einer Stunde. Weitere Gründe sind der Abgang von Fruchtwasser (Blasensprung), Blutungen oder wenn du dich einfach unsicher fühlst. Vertraue auf dein Gefühl!
Quellen:
Unser BEBA Family Expertenteam